beer.net :: MCAD Kurs in Schlieren

Vom 23. August bis am 4. September trafen sich 6 Entwickler und ein Dozent aus drei verschiedenen Ländern in Schlieren bei Zürich zu einem Community-Anlass der spezielleren Art...

Der Event nahm seinen Anfang in den ASPGerman Mailinglisten als eine Diskussion über den Stellenwert des MCAD-Titels aufkam. Die meisten Meinungen zeigten zwei Sachen auf - einerseits dass das MCAD Zertifikat für einen Entwickler aus dem Microsoft Umfeld ein wichtiger Fähigkeitsausweis ist und andererseits, dass das Schulungsangebot dafür sehr spärlich und für Einzelpersonen kaum bezahlbar ist.

MCT Peter Koen brachte aufgrund der Situation spontan die Idee aufs Tapet, in Wien einen MCAD-Kurs zum Selbstkostenpreis zu organisieren, bei welchem er als Dozent fungieren würde. Nach anfänglich breitem Interesse erwies sich die Organisation des Kurses jedoch als nicht sehr einfach und Hürden wie z.B. das Finden eines geeigneten Durchführungstermins oder das Abstecken des zu behandelnden Stoffes drohten dem Unterfangen bereits ein frühzeitiges Ende zu bereiten. Auf erneute Initiative seitens der Schweizer INETA Gruppe beer.net hin, wurden letztendlich jedoch sechs Teilnehmer gefunden.

Da nun die meisten Teilnehmer aus der Region Zürich stammten, stand die Schweiz als Austragungsort fest. Um die Kurskosten für alle Teilnehmer so niedrig wie möglich zu halten, wurden die Teilnehmer aus Deutschland und Österreich kurzerhand bei den Schweizern einquartiert und der Anfahrtsweg zum Kurslokal wurde mittels Fahrgemeinschaften überwunden.

Der Unterricht fand in den Räumen der Firma IT-Fabrixx in Schlieren statt, welche uns ein gutes Angebot für einen Kursraum gemacht hatte. Nebst der freundlichen Schulungsumgebung stand uns eine erstklassige Infrastruktur zur Verfügung, welche das Arbeiten an der Materie zum Vergnügen machte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die ganze Crew für die gute Betreuung! Ebenfalls sehr praktisch erwies sich die Tatsache, dass uns IT-Fabrixx als VUE Testcenter auch gleich noch für das Absolvieren der Modulprüfungen zur Verfügung stand.

Der Kurs bot nebst dem eigentlichen Inhalt auch eine willkommene Gelegenheit, sich abseits von E-Mail und Messenger persönlich kennen zu lernen und sich auszutauschen. Der berufliche Background der Teilnehmer war denkbar unterschiedlich und vielfältig – vom ehemaligen Radprofi über den Operntenor bis zum Heizungsmonteur war schlichtweg alles vorhanden. Alle Teilnehmer hatten jedoch in der Zwischenzeit mindestens ein Jahr Erfahrung im .net Umfeld gesammelt und arbeiteten mehrheitlich in der IT-Branche. Dies ermöglichte es, Module wie die C# Grundlagen auf ein Minimum zu kürzen, wodurch mehr Freiraum für Praxisbeispiele blieb.

Das Schwergewicht des Kurses wurde grundsätzlich auf die Module 70-315 (asp.net) und 70-316 (Winforms) sowie ado.net gelegt. Für SQL-Server Themen waren die 12 Tage leider viel zu kurz. In Kombination mit dem Modul 70-320 (Webservices/Server Components) würden die Module jedoch für das erreichen des MCAD Status reichen.

Nach anfänglich viel Theorie und Grundlagen kamen wir relativ schnell zu den ersten Übungen, um das frisch erlernte anwenden zu können. Hierbei profitierten wir nebst dem technischen Teil auch stark von Peters Erfahrung im Umgang mit Visual Studio.net und seiner Arbeitsweise. Ein erstes Highlight bildete die Entwicklung eines Chatsystems auf Basis von Winforms und Netzwerkobjekten gegen Ende der ersten Woche. Für die Teilnehmer zeigte dieses Beispiel ein erstes Mal die gewaltigen Möglichkeiten des .net Frameworks abseits von Web und simplen Client/Server Applikationen.

Der Samstag fand grösstenteils im Rahmen eines Workshops statt, in welchem Themen wie Databinding und typed Datasets vertieft angeschaut wurden. Der Ausklang der ersten Woche wurde anschliessend mit viel Grillgut und dem einen oder anderen Bier gefeiert, da man ja schliesslich auch dem Communitynamen gerecht werden wollte.

Die zweite Woche fing mit dem Schwerpunkt ado.net an. Peter zeigte uns interessante Möglichkeiten wie man unter Einsatz von VS.net Zeit ersparen kann, ohne die Herrschaft über den Quellcode vollständig ausser Hand zu geben. In einer zweiten Phase beschäftigten wir uns dann auch schon ein erstes Mal mit den Thematiken der Abschlussprüfungen und den teilweise spitzfindig formulierten Fragen.

Als weiteres sehr interessantes Thema standen Webservices auf der Traktandenliste. Um ein praxisnahes Beispiel zu coden, zapften wir die Datenbank von amazon.com an und bauten eine Suche auf die Bücherbestände mit entsprechendem Suchergebnis. Ebenfalls eindrücklich war die Exkursion in WMI welche uns etwas Einblick in die Tiefen des Betriebsystems gab.

Am Donnerstag und Freitag stand mit dem Modul „asp.net“ schliesslich die erste Prüfung an. Nach gewissem, anfänglichem Zögern absolvierten alle Teilnehmer diesen Test auf Anhieb mit Bravour, was als klaren Erfolg des Kurses gewertet werden darf. Natürlich wurde auch dieses Ereignis von den frischgebackenen MCPs ausgiebig mit Gerstensaft zelebriert.

Das Ende der zweiten Woche bildete das gemeinsame Programmieren eines „Pong“ Spiels. Es war sehr eindrücklich, wie man mit einfachsten Mitteln (zwei Pushbuttons als Schläger und ein Radiobutton als Ball) eine kleine, interaktive Applikation aufbauen kann. Auch zeigten sich bei diesem letzen Beispiel zum ersten mal die Fortschritte der Teilnehmer deutlich ab – wäre es doch zwei Wochen zuvor noch völlig unvorstellbar gewesen, solch eine Applikation in relativ kurzer Zeit aufzubauen. Der Ausklang des Events fand schliesslich einmal mehr bei Speis und Trank statt.

von links nach rechts:
Stephan, Peter, Dani, Reinhold, Ivo, Lars, Sascha

 
Das Fazit des Intensivkurses ist durchwegs positiv. Nebst dem erlernten Wissen wurden wertvolle Kontakte geknüpft und ein reger Austausch von Erfahrung praktiziert. Zuletzt zeigte der Event auch schlichtweg, wozu selbst eine kleine Community in kurzer Zeit fähig ist, wenn genug Wille vorhanden ist. Die verbleibenden zwei Modulprüfungen können nun fakultativ von den Teilnehmern absolviert werden und vermutlich wird es nicht lange dauern, bis der eine oder andere MCAD Titel fällig wird. Weitere Kurse in diesem Rahmen sind übrigens bereits für nächstes Jahr in grober Planung.

Bericht von Stephan Troxler